Museum

Kunstmuseum Bonn

THE_LINE______

Manchmal verliert man die Line.

- seine Line zu verlieren ist auch eine Chance für einen Neuanfang

- Kunst ist lebensnotwendig

- eine neue Dimensionen

- Kunst berührt

- live Die Tänzer verlassen niemals die Linie oder vielleicht doch?

Die Zeichnerin arbeitet mit der Linie.

THE_LINE_______ ist eine Zusammenarbeit von Lotta Svalberg (Tänzerin), Pascal Sani (Tänzer) und Ruth Tauchert (Zeichnerin), gemeinsam erkunden sie die Möglichkeiten der Linie.

Große Papierformate (ca. 200 x 130 cm) sind die Träger für das Wechselspiel zwischen den Kunstsparten Tanz und Zeichnung. Es werden Ausschnitte aus der zweistündigen Performance am 03.11.2021 im Kunstmuseum Bonn gezeigt.

THE_LINE______ ist eine Performance im Rahmen des kulturellen Projektes ZWISCHENSPIEL – ZU GAST IM KUNSTMUSEUM Bonn

Fotos: De Thier Patscher

Akademisches Kunstmuseum Bonn

Vergöttert

Zeichnungen von Ruth Tauchert im Akademischen Kunstmuseum Bonn

Ausstellung im Akademischen Kunstmuseum Bonn

14. Juni 2015 bis 14. August 2015

Auch nach Monaten täglicher Arbeit betrete ich das Akademische Kunstmuseum Bonn immer noch mit einer gewissen Ehrfurcht. Die Abgüsse der von meist vor Christi Geburt entstandenen Skulpturen sind fast ausnahmslos aus Gips. Sie sind empfindlich, zerbrechlich, vergänglich, manche unersetzlich.

Mit den Göttern per Du begrüße ich sie inzwischen wie alte, lieb gewordene Freunde. Fast täglich verliebe ich mich in eine andere Skulptur, befasse mich eine Zeit lang mit ihr oder zeitgleich mit mehreren von ihnen, bringe sie in eine neue, mir eigene Ordnung, um dann im scheinbar unerschöpflichen Fundus des Museums Neues zu entdecken.

Ruth Tauchert

Fotos: Jutta Schubert

Ägyptisches Museum Bonn

re:animation

Aegyptiaca im Dialog mit Zeichnungen und Skulpturen von Ruth Tauchert

Sonderausstellung im Ägyptischen Museum Bonn

11. Oktober 2017 bis 1. Februar 2018

re:animation ist ein Ausstellungsprojekt der Künstlerin Ruth Tauchert in Zusammenarbeit mit dem Ägyptischen Museum der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn. Statuetten, Reliefs und andere Artefakte aus dem alten Ägypten korrespondieren mit zeitgenössischer Kunst und werden so neu in Szene gesetzt: Mit kraftvoll-dynamischen Zeichnungen und Skulpturen aus Bronze und Gips voll- zieht die Bonner Künstlerin einen Zeitsprung von der pharaonischen Epoche ins Jahr 2017, bringt die Bonner Aegyptiaca in Bewegung und haucht ihnen neues Leben ein. Wie schon zwei Jahre zuvor, bei ihrer Ausstellung „Vergöttert“ im nahegelegenen Akademischen Kunstmuseum, werden antiken Exponaten moderne Kunstobjekte wirkungsvoll und buchstäblich anregend an die Seite gestellt. Dem Betrachter ermöglicht diese Zusammenstellung einen erfrischend neuen, ja gleichsam (wieder-)belebenden Blick auf die altehrwürdigen, in ihren Vitrinen still in sich ruhenden Zeugen einer fernen Vergangenheit – was eine ganz andere Auseinandersetzung mit ihnen erlaubt.

Etwa handgroße Bronzefiguren greifen das Thema der stillenden Isis mit dem Horuskind auf
– ein Motiv, das es der Künstlerin besonders angetan hat. Während die Aegyptiaca auf die ihnen eigene Art unbeweglich und starr wirken, sind die Skulpturen von Ruth Tauchert, die sich seit 20 Jahren mit dem Thema Bewegung befasst, irgendwie immer aktiv. Auch die leichte Distanziertheit der altägyptischen, stark achsenbezogenen Statuetten wird in ihren Arbeiten aufgegriffen: Mutter und Kind sind immer in einer gewissen Distanz zueinander; selbst wenn Horus sich an seine Mutter lehnt, schauen sich die Figuren nie wirklich an, sie sehen gen Himmel und möglicherweise in die Zukunft. Mal trägt Isis ihren Sohn auf Händen, ein anderes Mal locker unter dem Arm. Beide sind aber immer eng miteinander verbunden und tragen auf ihre Art das Thema Zeit und ewiger Kreislauf von Leben und Tod in sich, der in der altägyptischen Mythologie durch den Osiris-Horus-Zyklus versinnbildlicht wird. Einem strengen, völlig auf Funktion fokussierten Rollenverständnis wird hier eine sehr intime, lebendige Darstellungsweise gegenübergestellt.

Dr. Frank Förster, Kurator

Fotos: Thilo Beu

Archäologische Sammlung der Universität Freiburg

IMPULS – ANTIKE BEWEGT

Allein unter Göttern

Bis heute haben die Antiken ihre Anziehungskraft auf mich nicht verloren. Fast täglich verliebe ich mich in eine andere Skulptur, befasse mich eine Zeit lang mit ihr oder zeitgleich mit mehreren von ihnen, bringe sie in eine neue, mir eigene Ordnung, um dann im scheinbar unerschöpflichen Fundus des Museums erneut Neues zu entdecken. Die Skulpturen ziehen mich immer wieder an. Bin ich einige Tage nicht im Museum, vermisse ich diese zeitlosen Geschichtenerzähler.

Unter dem Titel „VERGÖTTERT“ sind meine Zeichnungen im Jahr 2015 im Akademischen Kunstmuseum Bonn ausgestellt worden. Neben vielen neuen Arbeiten sind einige dieser in Bonn entstandenen Zeichnungen nun auch in der Ausstellung „IMPULS – ANTIKE BEWEGT“ in der Archäologischen Sammlung der Universität Freiburg zu sehen.

In der Ausstellungshalle begrüßten mich alte Bekannte, Amor und Psyche, Laokoon, Venus ... es war ein wenig wie nach Hause kommen: Die Antiken lassen mich nicht mehr los. Seit 2014 zeichne ich im Akademischen Kunstmuseum Bonn, so oft ich mir Freiräume dafür schaffen kann. Und dort gibt es die weitaus größere Sammlung, die zudem in meiner Nähe liegt. Gerade deswegen hatte ich nicht vorgehabt, in Freiburg viel zu zeichnen.

Aber wie anders wirkten die Skulpturen hier in Freiburg auf mich, neu und spannend, selbst alte Bekannte wie die drei Venusfiguren haben es mir aufs Neue angetan. Drei `Grazien´, die auf ihre Art miteinander kommunizieren, beinahe über die Zeit erhaben, vermögen sie uns auch im Jahr 2017 noch viel zu erzählen. Die Sonne also sollte draußen ohne mich scheinen, die Antiken hatten mich auch hier im Griff. Von Freiburg habe ich so nichts gesehen, außer der wunderbaren Archäologischen Sammlung.

Schon jetzt freue ich mich auf meinen nächsten Besuch in Freiburg und bin gespannt, welche Götter dann gerade miteinander im Gespräch sein werden. Ganz leise werde ich mich dazusetzen und mich gerne wieder mit Stift und Farbe an dieser uralten Kommunikation beteiligen. Erstaunlicherweise gibt es immer wieder Neues zu entdecken und es bleibt spannend, die Götter zu besuchen.

 Ruth Tauchert

Fotos: Jonas Ruf